Konzeptuelle Fundierung

Strukturale Ethik

Kritik der Substanz

Ein Pfad ist fortgesetzte Verbindung im offenen Prozess. Eine Schule besteht etwa durch Unterricht, Beziehungen und gemeinsame Praktiken fort, auch wenn Menschen und Abläufe wechseln. Die Pfadethik betrachtet ihr Bestehen prozessontologisch: durch Vorgänge und Beziehungen, die sich über die Zeit fortsetzen.

Historische Fundierung

Baruch Spinoza (1632–1677)

Konzept: Conatus

Jedes Ding strebt danach, in seinem Sein zu verharren.

*In der Pfadethik:* Der Conatus ist der Vorläufer der Pfad-Persistenz. Seinserhalt ist kein statischer Zustand, sondern aktiver Widerstand gegen Zerfall.

Alfred N. Whitehead (1861–1947)

Konzept: Prozess

Die Welt besteht nicht aus Dingen, sondern aus Ereignissen (actual entities).

*In der Pfadethik:* Whitehead liefert die Ontologie für die Pfadethik: Ein Pfad ist eine „Gesellschaft" von Ereignissen, die eine gemeinsame Form tradieren.

Gilbert Simondon (1924–1989)

Konzept: Individuation

Das Individuum ist nie fertig, es ist ein permanenter Prozess der Individuierung.

*In der Pfadethik:* Technik ist für Simondon kein Werkzeug, sondern eine Art zu existieren. Pfadethik nutzt dies für hybride Systeme.

Niklas Luhmann (1927–1998)

Konzept: Anschlussfähigkeit

Kommunikation kommt nur zustande, wenn sie an vorherige Kommunikation anschließt.

*In der Pfadethik:* Der Kernbegriff A2 (Anschlussfähigkeit) stammt direkt aus der Systemtheorie. Ohne Anschluss stirbt der Pfad.

Gilles Deleuze (1925–1995)

Konzept: Virtualität & Differenz

Das Virtuelle ist real, ohne aktuell zu sein.

*In der Pfadethik:* Virtualität und Differenz liefern die ontologische Grundlage für Substratunabhängigkeit; Affirmation dynamisiert Persistenz über bloße Erhaltung hinaus.