Bewertungsleitfaden für Pfadanalysen

Anhang D: Schritt-für-Schritt-Methodik

Wer die A-A-P-Trias auf ein konkretes System anwenden will, braucht ein Vorgehen, das nachvollziehbar bleibt und sich zwischen mehreren Beurteilenden vergleichen lässt. Der Bewertungsleitfaden liefert dieses Vorgehen in sechs Schritten. Er ist Teil des aktuellen Master-Manuskripts (V1.85, Anhang D) und dient drei Zwecken: als Anleitung für eigenständige Pfadanalysen, als Referenz für die in Vorbereitung befindliche empirische Erprobung und als Standardisierungsvorschlag für künftige Pfadforschung.

Sechs Schritte

Systemabgrenzung

Was genau ist der Pfad? Räumliche, zeitliche und funktionale Grenzen werden pragmatisch gesetzt, nicht ontologisch vorgegeben. Die Begründung der Abgrenzung wird dokumentiert.

Substrattyp

Biologisch, technisch, hybrid oder sozial. Die Zuordnung entscheidet, welche Ankerbeispiele aus den Fallstudien zum Vergleich herangezogen werden.

A-A-P einschätzen

Die drei Dimensionen werden ordinal eingeschätzt: niedrig, mittel, hoch. Keine numerischen Scores, keine Messung im strengen Sinn — die Einschätzung bleibt eine begründete Verortung.

Binnendifferenzierungen prüfen

Innerhalb der Dimensionen: tragende oder ausbeuterische Anschlussfähigkeit (A⁺ / A⁻); rigide oder transduktive Persistenz (P(r) / P(t)); nominelle oder strukturelle Autonomie.

Dynamik einschätzen

Stabil, erodierend oder gemeinsam wachsend? Welche Dimension verändert sich zuerst?

Diagnose und Konsequenz

Welche Eingriffe würden welche Dimension stärken oder schwächen? Ist ein Infrastrukturpfad betroffen? Sind die Veränderungen reversibel?

Die vollständige Fassung mit Ankerbeispielen aus den 14 Fallstudien steht im Download-Bereich.

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Abgrenzung: Pfad-Impact-Assessment (PIA)

Der Bewertungsleitfaden bewertet einen Pfad im Status quo. Das PIA fragt danach, was ein geplanter Eingriff mit Pfaden macht. Beides gehört zusammen: erst Profil, dann Folgenabschätzung.

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